Der deutsche „Häuslebauer“

„Schöner Wohnen“ ist ein beliebtes deutsches Haus- und Gartenmagazin. Die meisten Deutschen träumen davon, in ihrem eigenen Haus mit einem schönen Rasen davor oder einem großen Garten zu leben. „Schaffe, schaffe, Häusle baue“, sagt der alte schwäbische Spruch. Für den deutschen Normalbürger ist dieser Traum jedoch oft schwieriger zu erfüllen als z. B. für US-Amerikaner. In den USA ist der Besitz eines Eigenheims eher die Regel. Die meisten Deutschen leben dagegen in Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen. Nur 42 Prozent der Deutschen besitzen ein eigenes Haus, verglichen mit 65 Prozent in den USA und 69 Prozent in Großbritannien. Nicht nur deswegen konnte Deutschland die schwere Hypothekenkrise vermeiden, die 2008 erstmals die USA, Großbritannien, Spanien und viele andere Länder traf.

Bei der Anmietung einer Wohnung

Grundsätzlich wird bei der Miete oder beim Kauf eine Wohnung unmöbliert angeboten. Tatsächlich ist dieses Phänomen, eine Wohnung leer anzubieten, ein europäischer Brauch und nicht nur in Deutschland gängig. Es ist durchaus möglich, eine möblierte Wohnung in Deutschland zu kaufen, aber das ist eher Ausnahme als die Regel. Sie sollten immer davon ausgehen, dass die Einrichtung, auch die Küche und die Beleuchtung, nicht enthalten sind – es sei denn, es wurden andere spezifische Absprachen getroffen.

Apartment-Komplexe

In fast jeder größeren deutschen Stadt sieht man Reihen von Wohnsilos oder Wohntürmen. Die hohen und meist spartanisch anmutenden Gebäude prägen das Stadtbild und sind in den letzten Jahrzehnten meist gebaut wurden, um eine hochwertigere Wohnqualität zu bieten, was Mieter in Deutschland heute erwarten. Ohne den Charme der traditionellen europäischen Architektur ähneln diese utilitaristischen Wohneinheiten meist den unspektakulären Eigentumswohnungen und Wohnungen, die in ganz Europa und der Welt zu finden sind. Diese Türme, die als Antwort auf einen chronischen Wohnungsnotstand errichtet wurden, befinden sich normalerweise in sogenannten „Satellitenstädten“ an den Rändern der Stadt. Im Gebiet des früheren Ost-Berlins wurden die „Plattenbauten“ entweder abgerissen oder saniert, um dem westlichen Standard zu entsprechen.